Zungen- und Pulsdiagnose

In der chinesischen Medizin wird die Zungen-Puls-Diagnose im Rahmen der Krankenerhebung als Instrument eingesetzt, Hinweise auf den Zustand und die Befindlichkeit des Patienten zu bekommen. Die Zunge dient in der chinesischen Medizin in ganz besonderer Weise zur Erlangung einer Diagnose.

Bei der Zungendiagnose ist die Betrachtung und Beurteilung des Zungenkörpers von der des Zungenbelages (Verfärbung, Belagdicke) zu unterscheiden. Der Zungenkörper gestattet Aussagen über die Tiefe, also über das Yin, das Körpersubstrat, auch über die Konstitution. Der Zungenbelag zeigt primär Entgleisung des Säftehaushalts, welcher in erster Linie vom Bereich "Mitte" und speziell vom Bereich "Magen" dominiert wird. Auch die Farbe des Zungenkörpers gibt Aufschluss über die Art der Erkrankung, wie bei Schwäche (eine blasse Zunge),- über erhöhte Dynamik/Entzündung (karminroter Zungenkörper) oder Stasen (bläuliche Farbe der Zunge). Das Aussehen des Zungenkörpers, z.B. geschwollene Zunge, Zahneindrücke, derb, verhärtet oder mit Rissen und Furchen versehene Zunge, sind für die Befunderhebung von Bedeutung.

Die Betastung der peripheren Pulse am Unterarm gibt die energetische Situation des Menschen wieder. Dabei werden rechts und links jeweils drei Pulsstellen unterschieden. Die am weitest oben gelegene (zum Daumen hin) Pulsstelle gibt energetisch die Situation oberhalb des Zwerchfells wieder. Der darauf folgende Puls reflektiert den mittleren Bereich, zwischen Zwerchfell und Nabel. Die am weitesten unten gelegenen Pulse geben Aufschluss über den Bereich unterhalb des Nabels. Am rechten Arm werden in erster Linie die Qi-Komponenten (nicht stoffliche Energie des Menschen) registriert, am linken Arm die Xue-Komponenten (Säftehaushalt) wiedergegeben. Im oberen Bereich sind also sowohl der Funktionskreis Lunge als auch Herz situiert, wobei der Funktionskreis Lunge primär das Qi regeneriert und bewegt, der Funktionskreis Herz in erster Linie das Xue dominiert. Die ertastete Pulswelle kann sich verändern in der Länge, der Tiefe, aber auch in der Kraft, der Fülle und Form. Die klassischen 31 Pulse wurden detailliert registriert, beschrieben und in Korrelation zu den klinischen Befunden gesetzt.

Dr. med. Monika Horn
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